Woran merke ich, dass ich abhängig oder süchtig bin?

Was mache ich, wenn ich bei Angehörigen oder Bekannten eine Abhängigkeit vermute oder bemerke?

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir als Angehörige(r) Hilfe hole oder mich in einer Beratungsstelle informiere? Verrate ich den / die Betroffene(n), wenn ich es verheimliche?

Wann gilt denn jemand als geheilt?

Müsste man sich nicht einfach nur ein wenig beherrschen und das alles wäre kein Problem mehr?

Gibt es denn auch Erfolge bei dieser Arbeit?

Was kostet eine Beratungsstunde? Entstehen mir sonst irgendwelche Kosten?

Arbeiten bei Ihnen ehrenamtliche Mitarbeiter oder spreche ich mit einer Fachkraft?

Ist bei einer kostenlosen Beratung oder Behandlung überhaupt eine kompetente und qualifizierte Beratung möglich?

Werden die Informationen weitergegeben? Sind die Gespräche vertraulich? Leiten Sie Informationen an die Polizei oder das Gericht weiter (Für Konsumenten illegaler Drogen wichtig!)?

Ich möchte als Frau nur mit einer weiblichen Beraterin sprechen. Ist das möglich?

Wenn ich mit dem Berater oder der Beraterin nicht klar komme, kann ich dann auch wechseln?

Was ist, wenn es mir überhaupt nicht gefällt?

Ich weiß gar nicht so richtig, ob das für mich das Passende ist?

Was passiert in einer Beratung?

Was ist der Unterschied zwischen einer Entgiftung und einer Therapie?

Es gibt ambulante und stationäre Behandlunsgmöglichkeiten. Wann ist das eine besser, wann das andere?




Woran merke ich, dass ich abhängig oder süchtig bin?

Sucht hat viele Gesichter, deswegen kann man diese Frage nur für den Einzelfall zufrieden stellend beantworten. Einer Antwort auf diese Frage kann man sich am besten in einem persönlichen Gespräch annähern. Über Informationen, die Sie sich im Internet, in der Literatur oder eben in einem persönlichen Gespräch holen, können Sie Ihr eigenes Verhalten bewerten.

Ganz allgemein unterscheidet man zwischen seelischer und körperlicher Abhängigkeit. Meist entwickelt sich im zeitlichen Verlauf zunächst eine seelische Abhängigkeit, aus der dann durch einen fortwährenden Substanzgebrauch sich später auch eine körperliche Abhängigkeit ergeben kann.

Bei der seelischen Abhängigkeit wird das Suchtmittel oder das Suchtverhalten gewohnheitsmäßig als ein Instrument zur Beruhigung, zum Abschalten, zur Anregung eingesetzt. Später wird das Suchtmittel selbst, seine Beschaffung und Vorratshaltung zum Dreh- und Angelpunkt von Handlungen, Gedanken und Gefühlen. Eine seelische Abhängigkeit ist von Außenstehenden nicht direkt beobachtbar, sondern nur aus dem Verhalten indirekt erschließbar. Für den Betreffenden selbst kann sie sich in dem schier unwiderstehlichen Drang, Alkohol oder eben ein anderes Suchtmittel zu konsumieren zeigen.

Die körperliche Abhängigkeit ist das Ergebnis eines physiologischen Anpassungsprozesses. Der Organismus reagiert auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels mit einer Veränderung des Stoffwechsels, durch die er die Auswirkungen des Suchtmittels auszugleichen sucht. Dies geschieht, gleich was der Konsument denkt oder meint, denn der Körper kann nur reagieren, wie er reagiert. Wird das Suchtmittel dann abrupt entzogen, kommt es je nach Substanz, der Dauer und Menge des Konsums zu unangenehmen bis schmerzhaften oder gar lebensgefährlichen Entzugserscheinungen.

Noch einmal zur Frage zurück: Anlass zu einem Kontakt zu einer Fachstelle, wie die Beratungsstelle eine ist, kann einfach auch nur das eigene Gefühl sein, dass etwas nicht stimmt mit mir in Hinblick auf meinen Konsum oder ein bestimmtes Verhalten.

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Was mache ich, wenn ich bei Angehörigen oder Bekannten eine Abhängigkeit vermute oder bemerke?

Grundsätzlich müssen abhängige Menschen selbst zu dem Entschluss kommen, an ihrer Situation etwas ändern zu wollen. Versuche von anderen aus dem persönlichen Umfeld, das Suchtverhalten direkt zu beeinflussen oder gar das Suchtmittel zu entziehen, werden meist scheitern und immer wieder Anlass zu Auseinandersetzungen sein. Allerdings können Sie jedoch versuchen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Ihre Angehörigen/Bekannten Hilfe annehmen und gesunden.

Hierzu müssen Sie den Mut finden, einen gänzlich anderen Weg einzuschlagen und sich von gegenseitigen Beschuldigungen und Debatten loslösen. Dazu gehört, dass Sie dem oder der Betreffenden immer wieder eine Rückmeldung geben über sein Verhalten, die Veränderungen, die Sie wahrnehmen: Ich sehe, dass... Ich empfinde, ... Ich erlebe die und die Veränderungen... Für mich bedeutet Dein Verhalten...

Diese eher kurzen Mitteilungen in der Ich-Form sollten Sie nur dann machen, wenn Ihr Angehörier oder Partner auch aufnahmebereit ist. Sinnvoll ist es auch, dass Sie nicht länger Aufgaben und Verantwortung der/des Betreffenden übernehmen und sie/ihn die Aufgaben des täglichen Lebens wieder spüren lassen. Werden die Konsequenzen des eigenen Handelns wieder spürbar oder sichtbar, wird der oder die Betreffende wahrscheinlich eher die Veranlassung haben, nicht nur seine/ihre eigene Sicht der Dinge wahrzunehmen und sein/ihr Verhalten zu ändern. Das heißt auch, dass es manchmal sinnvoll sein kann, zuzuschauen, wie jemand scheitert, damit sich danach neue Möglichkeiten eröffnen können.

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Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir als Angehörige(r) Hilfe hole oder mich in einer Beratungsstelle informiere? Verrate ich den / die Betroffene(n), wenn ich es verheimliche?

Wenn Sie sich in einer Beratungsstelle, bei einem Arzt oder in einer Selbsthilfegruppe informieren wollen, bedeutet das gerade nicht, dass Sie ihre(n) Angehörige(n) innerlich abschreiben oder gar verraten. Es ist allerdings gut möglich, dass Sie mit diesem Vorwurf konfrontiert werden, falls Sie mit ihr / ihm über dieses Vorhaben sprechen, sozusagen als Einladung, wieder in das alte Muster zurückzukehren.

Stellen Sie sich jedoch darauf ein, dass Sie diese Situation auf kurze Sicht mehr belasten und viel Kraft kosten wird. Wenn Sie selbst Hilfe wünschen, haben Sie auch ein Recht darauf. Dies zeigt auch, dass Sie nicht länger auf ein Wunder warten, sondern aktiv werden wollen, um Ihre eigene und vielleicht auch indirekt die Lebenssituation eines Menschen, dem Sie sich verbunden fühlen, zum Besseren hinzuwenden.

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Wann gilt denn jemand als geheilt?

Im Zusammenhang mit Abhängigkeiten spricht man in der Regel nicht von einer Heilung. Ziel ist es meist, eine Abstinenz zu erreichen, die der oder die Betreffende als eine Bereicherung seines Lebens betrachtet, dadurch dass ihm oder ihr sich damit wieder neue Möglichkeiten und Perspektiven eröffnen. Daneben kann es aber auch ein anderes Ziel sein, das zwischen Berater/in und Klient/in vereinbart wird und dessen Erreichung das Ende der Beratung/Behandlung markiert.

Da wir Beratung als einen fortschreitenden Entwicklungs-Prozess sehen und jeder Mensch anders ist, gibt es weder eine im Voraus festgelegte Anzahl von Gesprächen noch ein festgelegtes Programm. In der Regel wird jeweils am Ende einer Sitzung vereinbart, wie es weiter geht..

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Müsste man sich nicht einfach nur ein wenig beherrschen und das alles wäre kein Problem mehr?

Das ist eine Frage, die sicherlich viele Menschen beschäftigt, die sich mit der Suchtthematik beschäftigen, und als Angehörige/r denken, „Ich kann´s doch auch!“ oder als Betroffene/r, „Ich könnte es jederzeit!“ Mit süchtigem Verhalten ist es ein wenig wie mit Fussball: Da sehr viele Fußball gespielt haben, meinen sehr viele eine kompetente Meinung dazu zu haben. Zu denken, was bei mir klappt, müsste doch auch bei jemand anderem funktionieren, entspricht dem eigenen Erfahrungswissen. Tatsächlich verhält es sich damit aber anders.

Der Vorsatz oder die Aufforderung „sich zusammen zu nehmen“ ist nicht wirklich hilfreich. Denn gerade weil der oder die Betreffende sich bereits über ihr/sein Suchtmittel oder Suchtverhalten selbst kontrolliert und „beherrscht“ in Richtung auf ein erwünschtes Erleben, ist es im Lauf der Zeit zu diesen Problemen gekommen: „Ich kontrolliere mich, um die Balance zu halten, zwischen meinen eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen, die sich mir stellen.“ Kontrolle ist es, die immer wieder dazu führt, das Suchtverhalten zu zeigen, mehr Kontrolle heißt also mehr vom Problem-Verhalten zu zeigen. Denn nur dadurch dass ich trinke, spiele o.a. kann ich mir selbst und anderen „beweisen“, dass ich noch immer „das Heft meines Lebens in der Hand“ halte.

Erst die Aufgabe der Kontrolle, was einerseits im Erleben des Betreffenden den sicheren Untergang bedeutet, schafft andererseits die Möglichkeiten und Ressourcen, dieser Falle zu entkommen. Die Aussicht, dem vermeintlichen Untergang zum Opfer zu fallen, macht das Aufhören auch so schwer.

Daneben gibt es auch noch andere Faktoren, die ein Suchtverhalten aufrechterhalten: Bei einer körperlichen Abhängigkeit kann es eine Notwendigkeit sein, z.B. weiter zu trinken, um Entzugssymptome zu vermeiden.

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Gibt es denn auch Erfolge bei dieser Arbeit?

Die Ergebnisse der Arbeit mit Suchtkranken sind sehr gut wissenschaftlich dokumentiert, auch im Hinblick auf die Erfolgschancen. Ganz allgemein, zeigt sich in vielen Untersuchungen, dass etwa 2/3 aller KlientInnen, die sich selbst zu einer Beratung/Behandlung entschlossen haben, von dieser profitieren. Ganz entscheidend für den Erfolg ist das eigene Engagement.

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Was kostet eine Beratungsstunde? Entstehen mir sonst irgendwelche Kosten?

Was für alle Angebote der Beratungsstelle zutrifft: Kosten entstehen Ihnen durch die Gespräche keine. Sie benötigen auch keinerlei Kostengenehmigungen, Anträge oder Überweisungen von dritter Stelle. Allein Ihre persönliche Entscheidung ist die Voraussetzung.

Nur besondere Angebote, wie z.B. Nichtraucherkurse o.ä. kosten eine Gebühr. Darüber informieren wir Sie schon frühzeitig in der Ausschreibung.

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Arbeiten bei Ihnen ehrenamtliche Mitarbeiter oder spreche ich mit einer Fachkraft?

Alle MitarbeiterInnen der Beratungsstelle sind fest angestellte Fachkräfte aus den Bereichen soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie und Psychotherapie, die meist schon sehr lange in diesem Arbeitsbereich tätig sind. Die Gespräche sind in der Regel Vier-Augen-Gespräche. Sie können sich jedoch auch von einem Menschen begleiten lassen, wenn sie dies möchten.  In den Selbsthilfegruppen sind viele Ehrenamtliche engagiert, die mit ihren eigenen Erfahrungen andere hilfreich unterstützen können.

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Ist bei einer kostenlosen Beratung oder Behandlung überhaupt eine kompetente und qualifizierte Beratung möglich?

Zwar sind für Sie als Nutzer der Beratungsstelle die Angebote (mit wenigen Ausnahmen) kostenfrei, dennoch kostet natürlich die Arbeit der Fachkräfte Geld. Die Beratungsstelle finanziert sich aus Eigenmitteln des Caritasverbandes Aschaffenburg - Stadt und Landkreis e.V. und Mitteln, die der Bezirk Unterfranken bereitstellt.

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Werden die Informationen weitergegeben? Sind die Gespräche vertraulich? Leiten Sie Informationen an die Polizei oder das Gericht weiter (Für Konsumenten illegaler Drogen wichtig!)?

Alle MitarbeiterInnen der Beratungsstelle unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht und nichts geschieht ohne Ihr ausdrückliches Einverständnis bzw. Ihren konkreten Auftrag. Das gleiche gilt auch dann, wenn Sie im Rahmen einer gerichtlichen Auflage zu uns kommen. Wir überlassen es immer Ihnen selbst, Besuche der Beratungsstelle, zu denen Sie beispielsweise aufgrund Ihrer Auflage verpflichtet sind, selbst nachzuweisen. Zu diesem Zweck stellen wir Ihnen Bescheinigungen aus.

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Ich möchte als Frau nur mit einer weiblichen Beraterin sprechen. Ist das möglich?

Ja, oft fragen wir Sie schon bei der Anmeldung, ob dies für Sie wichtig ist, und bemühen uns dann, Ihren Vorstellungen entgegen zu kommen.

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Wenn ich mit dem Berater oder der Beraterin nicht klar komme, kann ich dann auch wechseln?

Eine Beratung oder Behandlung ist immer auch eine Frage einer vertrauensvollen Beziehung. Wenn Sie den Wunsch haben, den Berater oder die Beraterin zu wechseln, werden wir Ihren Wunsch respektieren.

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Was ist, wenn es mir überhaupt nicht gefällt?

Ein Besuch der Beratungsstelle verpflichtet Sie zu nichts. Deshalb ist es alleine ihre eigene Entscheidung, ob Sie die Angebote der Beratungsstelle wahrnehmen wollen. In jedem Fall würden wir uns jedoch über eine kurze Rückmeldung freuen, auch wenn diese kritisch ist, so dass wir daraus lernen können.

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Ich weiß gar nicht so richtig, ob das für mich das Passende ist?

Probieren Sie es aus! Zu uns kommen häufig Menschen, die mindestens eine Seite in sich tragen, die zweifelt oder unsicher ist, und gleichzeitig aber auch eine hoffnungsvolle Seite "mitbringen". Wir werden gemeinsam mit Ihnen nach hilfreichen und passenden Schritten suchen auf dem Weg zu einer für Sie passenden Lösung. Dabei sind Ihre eigenen Zielvorstellungen und Erfahrungen sehr wichtig, denn letztendlich sind Sie die Expertin, der Experte in Ihrem eigenen Leben. Hierbei unterstützen wir Sie gerne!

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Was passiert in einer Beratung?

Ausgangspunkt jeder Beratung oder Behandlung ist für uns der Wunsch des Klienten. Zu uns kommen Menschen, die bereits recht genaue Vorstellungen haben, was Ihnen helfen wird, und andere, die wissen wollen, was sie in ihrer Situation tun können. In jedem Fall werden Sie von uns Informationen erhalten über die Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, sei es vor Ort oder auch im Rahmen einer Klinikbehandlung.

Darüberhinaus werden wir Sie informieren, welche Schritte notwendig sind, um Ihre Entscheidung in die Wirklichkeit umzusetzen. Wir werden uns auch die Zeit nehmen, die notwendig ist, Sie darüber zu informieren, was aus unserer Sicht sinnvoll wäre. Allerdings weder Ihre Entscheidung, noch Ihr Handeln nehmen wir Ihnen ab.

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Was ist der Unterschied zwischen einer Entgiftung und einer Therapie?

Eine Entgiftung findet im Krankenhaus oder in einer psychiatrischen Klinik statt. Sie ist eine medizinische Behandlung, bei der unter Zuhilfenahme von Medikamenten "die Droge" entzogen wird und diese Medikamente anschließend langsam abgesetzt werden. Dieser Prozess dauert in der Regel bei Alkohol eine Woche, bei einer Abhängigkeit von Medikamenten kann er sich auch über Wochen hinziehen. Kostenträger bei Entgiftungen ist im Allgemeinen die Krankenkasse. Voraussetzung ist eine Einweisung auf Krankenhauspflege, die der Hausarzt ausstellen kann. Sinnvoll ist eine Entgiftung, wenn Begleiterkrankungen so ausgeprägt oder der körperliche Zustand so schlecht sind, dass alleine schon eine Unterbrechung des Suchtmittelkonsums wichtig ist. Im anderen Fall findet eine Entgiftung vor einer Reha statt. Zeitlich so abgestimmt, dass ein nahtloser Übergang in die Rehaklinik möglich ist. Eine Entgiftung ist meist kurzfristig möglich (z.B. im Krankenhaus Alzenau-Wasserlos).

Eine stationäre Therapie oder auch Reha, Kur, Entwöhnung ist eine Behandlung in einer Fachklinik für Suchterkrankungen über einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten. Kernpunkt einer Therapie ist die Psychotherapie - in der Gruppe und in Einzelgesprächen - ergänzt um Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitstherapie, wenn die Therapie wieder fit machen soll für einen oder den Arbeitsplatz. In einem gewissen Sinn gleicht eine Therapie in einer Klinik dem Aufenthalt in einem Fitnesstudio. Es wird eine förderliche Umgebung zur Verfügung gestellt, in der die Patientin oder der Patient die Erfahrungen machen kann, die eine weitere Entwicklung fördern können. Die ist immer eine Leistung des Patienten. Seine Motivation oder Einstellung ist der wichtigste Erfolgsfaktor.

Da diese Behandlungen medizinische Rehabilitationsbehandlungen sind, werden sie von den Rentenversicherungen bezahlt. Neben den Behandlungskosten erhält jeder Patient eine Art Krankengeld, das Übergangsgeld. Bei Rentnern oder bestimmten anderen Personen muss die Krankenkasse oder auch der Bezirk Unterfranken die Kosten für eine Behandlung übernehmen. Zwischen Antragstellung und Beginn einer Reha liegen in der Regel zwei Monate. Es ist eine unserer Aufgaben, Menschen, die eine stationäre Reha wünschen, bei der Klärung der Kostenfragen zu unterstützen.

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Es gibt ambulante und stationäre Behandlungsmöglichkeiten. Wann ist das eine besser, wann das andere?

Auch wenn für jeden Menschen unterschiedliche Bedingungen gelten mögen, gibt es doch ein paar Erfahrungswerte, die hier Orientierung geben können.

Stationäre Behandlung ist dann eher sinnvoll, wenn einer oder mehrerer der folgenden Punkte zutreffen: Der körperliche Zustand ist so schlecht, dass eine Zeit medizinischer "Nachbehandlung" notwendig ist, ein Abstand zu dem normalen Lebensumfeld (sei es Beruf oder andere Faktoren) ist wichtig, dem/der Betreffenden ist es nicht mehr oder nur noch für ganz kurze Zeit möglich, auf die Droge oder das Verhalten zu verzichten.

Günstige Voraussetzungen für eine ambulante Therapie liegen vor, wenn entweder das Problem begrenzt oder die Motivation und die Anstrengungen des Betreffenden ganz besondere sind. Günstig scheint zu sein, wenn das berufliche und private Umfeld eine unterstützende Funktion haben, wenn der allgemeine körperliche Zustand noch gut ist, wenn noch keine oder nur gering ausgeprägte Entzugssymptome auftreten und wenn auch die Fähigkeit, auf das Suchtmittel zu verzichten, über längere Zeit noch gegeben ist.

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Weitere Informationen über unser Vorgehen und Voraussetzungen einer gelingenden Zusammenarbeit finden Sie hier!