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Abhängiges Verhalten kann ganz unterschiedlich betrachtet werden, z.B. als medizinisches Problem, als psychosoziales Problem, als Ergebnis einer bestimmten Lebensform.

Abhängigkeiten lassen sich auf vielen verschiedenen Ebenen des Verhaltens und der zwischenmenschlichen Beziehungen beschreiben: Die Abhängigkeit eines Kindes von der elterlichen Zuwendung, die Abhängigkeit von Nahrung, auch von finanziellen Ressourcen z.B. sind ein selbstverständlicher Teil unseres Lebens. Auch in den frei gewählten, wechselseitigen Abhängigkeiten der ganz individuellen Beziehungsgestaltung unterstützen und fördern Menschen sich gegenseitig. Abhängigkeiten sind damit ein Teil des umfassenden Bandes, das alle Menschen mit allen anderen vertrauensvoll verbindet.

Demgegenüber gehören z.B. Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigkeit zu den am Ende selbstzerstörerischen Mustern von Abhängigkeit. Auch Formen des Essens oder Nicht-Essens, des "Glück"-Spielens können für die Betreffenden und deren Umfeld Formen einer solchen annehmen.

Jede Abhängigkeit kann auch als Anpassungsleistung gesehen werden, als Versuch, mit einer Lebenssituation fertig zu werden, für die der oder die Betreffende keine Lösung sieht, die es vielleicht auch gar nicht gibt. Auch kann der Weg zu einer grundsätzlichen Lösung für die Betrefffenden als nicht akzeptabel und damit nicht gangbar erachtet werden.

Wir betrachten demgemäß abhängiges Verhalten wertfrei und neutral zunächst als einen Lösungsversuch, der aus dem jeweiligen Blickwinkel heraus gesehen, durchaus eine sinnvolle Wahl darstellen kann. Aus unserer Erfahrung eröffnet diese "Sicht von Sucht" allen, die etwas verändern wollen, neue und bessere Möglichkeiten und Optionen in Richtung persönlicher Entwicklung und Veränderung "ohne Gesichtsverlust", frei von eigenen Schuldgefühlen einerseits oder Schuldzuweisungen andererseits.

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