header Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtprobleme

Der Caritasverband Aschaffenburg - Stadt und Landkreis e.V. sucht für seine Psychosoziale Suchtberatungsstelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen als Berater (m/w/d) in der Suchtberatung.

Näheres zur Stellenausschreibung finden Sie hier: 2023_Stellenausschreibung_PSB.pdf

In diesem Jahr steht der Aktionstag Suchtberatung unter dem Schwerpunkt „Wir sind für alle da … noch.“

DENN:

Die kommunale Suchthilfe sieht sich aktuell noch stärker als zuletzt mit den Auswirkungen der Coronapandemie sowie der Energiekrise konfrontiert. Das stellt einige notwendige Angebote der ambulanten Suchthilfe vor existenzielle Herausforderungen.

Kommunen sehen sich immer weniger in der Lage, freiwillige zusätzliche Leistungen der Suchthilfe vor Ort zu finanzieren. Diese Dynamik spüren wir bereits vor Ort in unserer Region.

ABER:

Die Psychosozialen Suchtberatungsstellen in Bayern konnten einer aktuellen Studie zufolge im Jahr 2019 gesamtgesellschaftliche Kosten in Höhe von 474 Millionen Euro vermeiden, die sonst durch Verstetigung oder Verschlimmerung von Suchterkrankungen entstanden wären.

Deshalb hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek erst kürzlich die große Bedeutung der ambulanten Suchtberatung in Bayern herausgestellt: „Für jeden eingesetzten Euro können wir rund 17 Euro an Folgekosten einsparen“, sagt Holetschek.

Wir beraten, behandeln und begleiten, unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitskranke in Krisen sowie in dauerhaft herausfordernden Lebenssituationen. Damit bieten wir vor Ort eine unverzichtbare Hilfe für suchtgefährdete und abhängigkeitskranke Menschen und ihre Angehörigen. Wir übernehmen vielfältige Aufgaben, die sich auf verschiedenen Ebenen bewegen und die in ihrer Zusammensetzung ein Alleinstellungsmerkmal der Suchtberatung darstellen.

Suchtberatungsstellen leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und können nur im Zusammenwirken der unterschiedlichen Kräfte ihr Potential entfalten. Es braucht ein starkes kommunales Bekenntnis zur Suchthilfe.

DESHALB:

Wir benötigen verlässliche Finanzierungsstrukturen für ergänzende Angebote, die durch eine Regelfinanzierung nicht abgedeckt werden.

In unserem Fall sind dies:

  1. Die Einrichtung einer Jugendsuchtberatung für Personen bis 18 Jahre für Stadt und Landkreis Aschaffenburg.
  2. Die Fortsetzung der Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche an Schulen in Stadt und Landkreis Aschaffenburg.
  3. Die Fortsetzung und Erweiterung des kostenfreien Kursangebotes FreD für Jugendliche und junge Heranwachsende mit Cannabiskonsum.
  4. Die Einrichtung und Förderung einer Substitutionsambulanz für Opioidabhängige mit verbindlichem psychosozialen Beratungsangebot in der Stadt Aschaffenburg.

 

Am 28.09.2022 fand der alljährliche bundesweite Aktionstag zum Thema Glücksspielsucht statt. Diesen Tag nahmen wir in der psychosozialen Suchtberatungsstelle als Anlass, in der Fußgängerzone Aschaffenburgs auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam zu machen. Mithilfe von ansprechenden Plakaten, einer Bodenzeitung zur Meinungsumfrage sowie mit Spielgeld befüllten Mülltonnen mit dem Slogan „Glücksspiel? – Hau dein Geld doch gleich in die Tonne!“, ist uns dies gelungen und wir konnten mit zahlreichen Passant*innen interessante und aufklärende Gespräche führen.

Bei 40 Spielstätten mit knapp 400 Spielautomaten in Stadt und Landkreis Aschaffenburg ist es uns wichtig, das Thema präsent zu halten. Zusätzlich besorgniserregend sind die Onlineglücksspiele und Sportwetten, die ein weiteres Risiko für eine Glücksspielsucht mit sich bringen – und das ganz legal seit dem 1. Juli 2021. Daher ist es unsere Aufgabe, auf Hilfsangebote hinzuweisen, um einer Glücksspielsucht frühzeitig entgegenzuwirken und um betroffene Menschen bei ihrer Verhaltensänderung zu unterstützen. Auch für Angehörige von Glücksspielsüchtigen stellt das Thema meist eine hohe Belastung dar, deshalb bieten wir auch für diese Unterstützung an. 

Unter dem Motto „Was SUCHT ihr? – Aus Einsamkeit wird Abhängigkeit – Hilfsmöglichkeiten zur Krisen und Suchtfreiheit FINDEN“ hat die seko (Selbsthilfe Koordination Bayern) zu einem Selbsthilfefachtag Sucht ins Martinushaus in Aschaffenburg eingeladen.

Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Dominikus Bönsch (Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie) begann der Tag. Unter dem Titel „Depression und Abhängigkeit – zwei unterschiedliche Ausprägungen des gleichen Problems“ machte er unter anderem deutlich, dass Suchterkrankungen und psychiatrische Erkrankungen gemeinsam behandelt werden sollten. Der Zugang von Menschen mit Suchterkrankungen in Angebote des psychiatrischen Hilfesystems sind immer noch erschwert.

Auf ihn folgte Prof. Dr. Jörg Wolstein (Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie), der in seinem Vortrag auf die Vor- und Nachteile von Sozialen Medien im (Pandemie)-Alltag einging. Dabei sollte die Frage beantwortet werden, wie man die Sozialen Medien nutzen kann, ohne sich darin zu verlieren.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich verschiedenen Workshops anzuschießen. Sie konnten thematisch wählen zwischen:

Aufmachen! Psychisch fit in Berufsschule und Beruf (Susanne Hembt – LRA Aburg und Tobias Zehl – Selbsthilfeweg)

Selbstfürsorge – Stärkung in bewegten Zeiten (Christine Pehl – systemischer Coach, Körpertherapeutin und Expertin für innere und äußere Nachhaltigkeit)

Digitale und analoge Hilfen im Bereich der Glücksspielsucht (Daniel Elsässer – Leiter der Psychosozialen Suchtberatungsstelle der Caritas in Aschaffenburg und Laura Häffner – M. Sc. Psychologin)

Zocken, Glotzen, Chatten (Roland Stolz – Vorstand Aktiv gegen Mediensucht e.V. und Yasmeen Christ Diplomsozialpädagogin Aschaffenburg Aktiv!)

Entspannungsinseln für den Alltag (Theresa Keidel – Diplomsozialpädagogin, Entspannungspädagogin).

An einem Selbsthilfetag im Martinushaus darf die dort ansässige Suchtberatungsstelle nicht fehlen! Das Team der PSB hat an diesem Tag ihre Türen geöffnet und bot für alle Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich auf bunt und originell gestalteten Stellwänden über das vielseitige Angebot der Beratungsstelle zu informieren.

Ein Highlight der besonderen Art hatte sich das Team der PSB für alle Teilnehmer*innen ausgedacht: eine wunderbare Bereicherung für den Fachtag war der Cocktailstand, an dem alkoholfreie Cocktails bei beschwingter Musik angeboten wurden.

Auf Einladung des Kommz-Festivals war Daniel Elsässer als Leiter der Suchtberatung erstmals Gast auf dem Kommz.
Gesprächspartner am Kommz-Samstag war Alex Syndikus, der als psychologischer Psychotherapeut i.A. ein angenehmer und interessierter Gastgeber und Gesprächspartner war. Typisch für das Kommz war die offene, entspannte und liberale Atmosphäre, die wunderbar geeignet war, um über die Herausforderungen und Werte einer modernen ambulanten Suchthilfe zu sprechen. Die Zuhörer konnten im Gespräch einiges über Substanzkonsum, Verhaltenssüchte, Cannabislegalisierung, Substitution, Jugendsuchtberatung und ambulante Hilfen erfahren.
Wir möchten uns ausdrücklich für die Einladung und das Interesse bedanken und unterstützen das Kommz gerne auch in der Zukunft.

Für alle Interessierten finden Sie weitere Infos zum Kommz unter https://www.kommz.de

In einen kleinen Ausschnitt des Gespräches können Sie hier reinhören:

 Naloxon rettet Leben!

Ab sofort bieten wir in unserer Beratungsstelle und in der JVA Aschaffenburg Naloxonschulungen an.

Jeder Mensch, der an einer Überdosis stirbt, macht uns betroffen. Wir möchten helfen, dass es weniger Tote gibt.
Deshalb beteiligen wir uns am Projekt Take-Home-Naloxon.

Näheres erfahren Sie hier

Ein Hoch auf die Selbsthilfe.

Alkoholkonsum verursacht über 200 Krankheiten. Trotzdem gehören Bier, Wein & Co. für die meisten Deutschen zum Alltag. „Wie ist deine Beziehung zu Alkohol?", lautet daher die zentrale Fragestellung der Aktionswoche Alkohol, die vom 14.-22. Mai 2022 stattfindet. Ziel der bundesweiten Präventionskampagne ist es, eine breite Öffentlichkeit über die Risiken des Alkoholkonsums zu informieren und möglichst viele Menschen zum Nachdenken über ihren eigenen Umgang mit Alkohol anzuregen. Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Sucht-Selbsthilfe.

Auch die Psychosoziale Suchtberatung der Caritas in Aschaffenburg beteiligt sich an der bundesweiten Präventionskampagne Ein Hoch auf die Selbsthilfe: In der Aktionswoche vom 14.-22.5.22 wird auf der Homepage der Beratungsstelle ein Podcast zu hören sein unter www.suchtberatung-aschaffenburg.de. Vertreter von Selbsthilfegruppen des Kreuzbundes und den Anonymen Alkoholikern (AA) schildern, was eine Selbsthilfegruppe ausmacht und warum es für sie wichtig ist, ihr anzugehören. Außerdem stellt die Suchtberatungsstelle der Caritas in dieser Zeit einen Infotisch im Eingangsbereich des Martinushauses, Treibgasse 26 in Aschaffenburg, zur Verfügung. Infomaterialien und Selbsttests regen an, sich mit dem eigenen Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Stichpunkte auf Handkarten, die von Selbsthilfegruppenmitglieder ausgefüllt wurden und ihre eigene Motivation beleuchten, ergänzen den Infotisch.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) organisiert die Aktionswoche Alkohol 2022 in Deutschland (BKD). Schirmherr der Präventionskampagne ist der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert.

 

Weitere Informationen unter: www.aktionswoche-alkohol.de

Homepage der Suchtberatung Aschaffenburg: https://www.suchtberatung-aschaffenburg.de/

Mini Podcast

Hier gibt es den Podcast ebenfalls zum Anhören:

Seit April 2022 verstärkt Annika Hutter unser Team in der Suchtberatung.

Mit ihr erweitern wir unser Angebot im Ambulant Betreuten Wohnen um eine halbe Stelle.

Frau Hutter ist in unserer Stelle keine Unbekannte. Im Frühjahr 2020 lernte sie die Suchtberatung Aschaffenburg in ihrem Semesterpraktikum kennen und ist aktuell dabei, berufsbegleitend in Frankfurt ihren Master mit Schwerpunkt „Psychosoziale Beratung und Recht“, zu absolvieren.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Hutter eine junge, engagierte Mitarbeiterin gewinnen konnten und wünschen ihr einen guten Start und viel Spaß in ihrem neuen Aufgabenbereich.

Im Jahr 2021 hat sich in der Sucht-Beratungsstelle viel verändert!

Der neue Tätigkeitsbericht informiert über die Beratungsarbeit im vergangenen Jahr. Auch wird ein Eindruck über Projekte, Veränderungen und Neuerungen in der Psychosozialen Beratungsstelle vermittelt.

Schauen Sie gerne einmal hinein - Taetigkeitsbericht_der_Psychosozialen_Beratungsstelle_für_Suchtprobleme_für_das_Jahr_2021.pdf

Heute, am 10.11.2021, findet der bundesweite Aktionstag Suchtberatung unter dem Motto „Suchtberatung wirkt“ statt. An vielen Orten gleichzeitig wird auf den Stellenwert der Suchtberatungsstellen aufmerksam gemacht.

 

 

 

Die zentrale Botschaft

Suchtberatungsstellen leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.

Suchtberatungsstellen brauchen eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung um die folgenden wesentlichen Aufgaben in unserer Gesellschaft zu übernehmen:

  • Motivation und Vermittlung: Suchtberatungsstellen sind unter anderem dafür zuständig, Hilfesuchende ins medizinische Hilfesystem (stationäre oder ambulante Rehabilitation) überzuleiten. Wir motivieren Betroffene, diese Hilfsangebote wahrzunehmen und informieren über die verschiedenen Möglichkeiten.
  • Beratung und Begleitung: Durch die beratende und begleitende Funktion wird eine Stabilisierung der Situation Betroffener erzeugt. Suchtberatung trägt also dazu bei, dass sich die Situation Hilfesuchender nicht verschlechtert.
  • Netzwerkarbeit: Fachkräfte der Suchtberatung sind Anlaufstelle für unterschiedliche Ansprechpersonen und vermitteln zwischen unterschiedlichen Institutionen.
  • Beziehungsqualität: Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und Klientinnen/Klienten legt den Grundstein für eine gelungene und nachhaltige weiterführende Versorgung Betroffener.

Suchthilfe funktioniert nur mit einer gut ausgestatteten Suchtberatung und wir sind froh, dass der Caritasverband Aschaffenburg den Wert der Suchtberatung erkennt und sich für eine stabile Finanzierung der Beratungsangebote in unserer Region stark macht.

 

Am 12. Oktober war unsere Kollegin Nadine Köhler als Gastreferentin eingeladen in der Veranstaltungsreihe „Expertinnen und Experten auf der Couch“. Dabei handelt es sich um ein regelmäßig stattfindendes Online-Format des Landratsamtes, das sich mit verschiedenen Themen rund um den Erziehungsalltag an interessierte Eltern richtet. An diesem Abend ging es um die Frage, wie Eltern ihre Kinder vor einer Suchterkrankung schützen können.


Hier können Sie das kurze Radio-Interview mit Nadine Köhler
auf Bayern 2 nachhören, in dem die Abendveranstaltung vorab
beworben und inhaltlich erläutert wurde.

Suchtberatung bei Jugendlichen:

Die Beratungsanfragen von Jugendlichen und deren Eltern erreichen die Suchtberatung und die Erziehungsberatung gleichermaßen häufig. Cannabiskonsum und Verhaltenssüchte (Computer, Social-Media ) sind die bei Jugendlichen am häufigsten genannten Probleme. Anfragen sind manchmal besser in der Erziehungsberatung und manchmal besser in der Suchtberatung aufgehoben. Hier stimmen wir uns so gut wie möglich miteinander ab. Wir sehen den Bedarf an spezifischer Beratung für Jugendliche unter 18 Jahren deutlich und bemühen uns um Lösungen für unsere Region. Die Kapazitäten der Suchtberatung sind bereits mit den Anfragen der Erwachsenen langfristig ausgeschöpft. Die Nachfrage ist hoch.
Ein spezifisches Beratungsangebot für Jugendliche zum Thema Sucht fehlt bislang vollkommen. Hier besteht staatlicherseits eine Versorgungslücke.

 Was wir tun:

 Das Angebot FreD dient als ein Beispiel: frühe Intervention für Jugendliche, die zum ersten Mal mit Cannabis in Kontakt kommen. Ein spezifisches Gruppenangebot an welchem im Jahr 2021 bereits 80 Jugendliche teilgenommen haben. Der Bedarf ist aber höher als das Angebot. Die notwendige Erweiterung von solchen Angeboten ist mit Hürden verbunden, die nicht einfach überwunden werden können. Zuletzt wurde ein Antrag zur Erweiterung von FreD in Aschaffenburg wegen einer Verwaltungsvorschrift durch die Regierung von Unterfranken abgelehnt. Das fatale daran: Die Erweiterung des Angebotes wurde von der Behörde als fachlich sinnvoll eingeschätzt und trotzdem abgelehnt.
Das kann nicht im staatlichen und gesellschaftlichen Interesse sein. Hier sollte die Politik die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, um es uns leichter zu machen im Sinne der gesellschaftlichen Herausforderungen aktiv werden zu können.
Der Caritasverband engagiert sich und nimmt eigene Mittel für diese Zwecke in die Hand. Wir finden in Stadt und Landkreis Aschaffenburg glücklicherweise gute Kooperationspartner für Suchtprävention und die Durchführung von FreD. Ohne diese Bündnisse würde es kaum Angebote geben.

Und trotzdem:

Wir benötigen noch mehr gemeinsame Anstrengungen aus Politik, Kommunen, Verwaltungen und Caritas um ein ausreichendes Angebot für Suchtprävention und besonders zur Suchtberatung von Jugendlichen unter 18 Jahren zur Verfügung stellen zu können.

Für den Landkreis und die Stadt Aschaffenburg, ist die Caritas mit den Beratungsdiensten weiterhin die richtige Anlaufstelle und wir setzen uns für ein spezifisches Angebot ein.
Ganz nach dem Motto der Caritas: Not sehen und Handeln.

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