header Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtprobleme

 

Zur Verstärkung des engagierten Teams der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtprobleme sucht der Caritasverband Aschaffenburg – Stadt und Landkreis e.V.

zum 01.03.2021 eine/n Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen als Berater (m/w/d) in der Suchtberatung
mit einem Stundenumfang von 26 Stunden wöchentlich.

 


Zu Ihren Aufgaben gehören die Durchführung von Einzel-, Paar- und Familiengesprächen bei substanzbezogenen Störungen und Verhaltenssüchten, aufsuchende Hilfen und Kriseninterventionen, die Durchführung von Gruppenangeboten sowie die Vermittlung in Entzugsbehandlung und Medizinische Rehabilitation und anschließende stabilisierende Begleitung.

Hierzu wünschen wir uns von Ihnen eine Ausbildung zum/zur Sozialarbeiter/-in bzw. Sozialpädagoge/-in (BA/Master/Diplom) und eine beraterische/therapeutische Zusatzausbildung bzw. Bereitschaft zur Weiterbildung. Erste Berufserfahung in unsrerem Arbeitsfeld ist von Vorteil. Zudem sollten Sie belastbar, team- und kooperationsfähig sein.

Im Gegenzug Bieten Wir Ihnen eine interessante und abwechslungsreiche Beratungstätigkeit in einem systemisch arbeitenden Team, regelmäßige Supervision, Fort- und Weiterbildung sowie ein offenes und engagiertes Kollegium und einen modernen, gut ausgestatteten Arbeitsplatz.

 application 1756281 1280Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, sehen Sie sich unsere ausführliche Ausschreibung an: https://stellen.bistum-wuerzburg.biz/job/2140/sozialarbeiter-oder-sozialp%C3%A4dagoge-als-berater-m-w-d-in-der-suchtberatung/

und bewerben Sie sich mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen bis 30.11.2020
per E-Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Heute wollen wir auf den bundesweiten Aktionstag Suchtberatung hinweisen, der unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung erstmalig am 04. November 2020 mit dem Motto "Kommunal wertvoll!" stattfindet.

Wie intensiv die Arbeit der Suchtberatung ist, zeigt auch der notwendige weitere Ausbau unserer Angebote hier in Aschaffenburg. Ab dem Jahr 2021 engagieren wir uns zusätzlich mit ambulant aufsuchenden Hilfen in der Region für Stadt und Landkreis Aschaffenburg. Auch für Jugendliche und junge Erwachsene erweitern wir mit einem Gruppenangebot (FreD) unser bereits umfassendes Angebot maßgeblich.

Laut einer aktuellen Studie zum Konsumverhalten wurden während der Corona-Pandemie bzw. des Lockdowns größere Mengen und auch früher am Tag Alkohol getrunken. Bei den illegalen Drogen verändern sich riskante Konsummuster. Alkohol- und Drogenkonsum ist auch ein Seismograph für die Bewältigung persönlicher Krisen: Hier braucht es die Suchtberatung als Institution für zwischenmenschliche Rettungsschirme.

Die DHS macht gemeinsam mit ihren Mitgliedsverbänden in einem Notruf_Suchtberatung aufmerksam und benennt zentrale Forderungen.

Ziel des Aktionstags Suchtberatung ist es, Suchtberatungsstellen und Politik in den Kommunen miteinander in einen Dialog zu bringen. Dabei soll mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen deutschlandweit auf die Dringlichkeit der Finanzierung und die Zukunftssicherung der Suchtberatungsstellen aufmerksam gemacht werden.

Denn:
Suchtberatung braucht eine stabile, kostendeckende und verlässliche Finanzierung. Sie ist systemrelevant und trägt nachweislich dazu bei, die Chronifizierung und Folgekosten von Abhängigkeitserkrankungen zu verringern. 

Zur Information: unsere Suchtberatung sucht Verstärkung. Hier können Sie sich bewerben.

Am 30.09.2020 fand der bundesweite Aktionstag Glücksspielsucht statt - auch hier in Aschaffenburg.

Unsere Suchtberatungsstelle  ist für die Region der erste Anlaufpunkt bei Fragen rund um Probleme mit Glücksspiel und gehört zum bayrischen Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht.
Inzwischen sind diese Probleme sogar der vierthäufigste Anmeldegrund in der Beratung.
Da ist es klar, dass wir uns am Aktionstag Glücksspielsucht beteiligen
“, betont Daniel Elsässer.

Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle konnten trotz Corona mit vielen Passanten ins Gespräch kommen.
Es ging nicht darum die Menschen die vorbeigehen anzusprechen, sondern mit denjenigen, die sich für die Informationen und den Stand interessierten in einen intensiveren Austausch über das Thema zu kommen.

Über eine Bodenzeitung entstand ein Stimmungsbild und es war für Interaktion zwischen den Beteiligten gesorgt. Viele hatten Spaß daran zu den aufgedruckten Aussagen ihre Meinung zu äußern.

Eine Demonstration der Zwerge, sozusagen ein Zwergenaufstand, war der kreative Kern der Aktion. Die Zwerge sorgten für Aufmerksamkeit und interessierte Nachfragen zu den Forderungen. „Insgesamt war die Ressonanz und das Interesse sehr zufriedenstellend“, sagt Lara Fendt die den Aktionstag mitorganisierte.

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Die Folgen einer Glücksspielsucht sind mitunter dramatisch.
Betroffene verspielen häufig ihr ganzes Geld, ihren Arbeitsplatz, ihre Familie und
Freunde. Oftmals kommen Depressionen hinzu und mitunter sogar Kriminalität. Hinzukommt, dass bei Personen mit einer Glücksspielproblematik eine überdurchschnittlich hohe Suizidgefahr besteht.
Der Aktionstags sollte dazu beitragen die Menschen aufzuklären und als Caritasverband für einen besseren Spielerschutz einzutreten.

 Die „Forderungen zum besseren Spielerschutz“ des Caritas Suchthilfe e.V. (CaSu)
finden Sie hier: http://www.caritas-suchthilfe.de/informationen/positionen-und-stellungnahmen/positionen 

Ein ausführlicher Zeitungsartikel zum Thema Glücksspielsucht findet sich auch im Main-Echo vom 30.09.2020

Die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtprobleme erweitert ihr Angebot für Menschen aus der Region
Alzenau/Kahlgrund:
Ab sofort können Menschen aus dieser Region Termine im Beratungszentrum Alzenau wahrnehmen.


Voraussetzung dazu ist eine telefonische Terminvereinbarung in unserem Hauptsitz in
Aschaffenburg unter 06021 - 392 280.

 

Alzenau2Für einige unserer Klienten ist die Fahrt nach Aschaffenburg eine zeitliche und finanzielle Herausforderung.
Suchtkranke Menschen sind nicht selten an der Teilhabe am Leben benachteiligt. Wir wollen mit diesem Angebot
den Zugang zur Suchtberatung weiter erleichtern. Je früher missbräuchlicher Konsum oder missbräuchliche Verhaltensweisen angegangen werden können, desto weniger besteht die Gefahr einer Chronifizierung und damit
einer Abhängigkeitserkrankung
“, sagt Daniel Elsässer, der Leiter der Suchtberatungsstelle.

 

Die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtprobleme (PSB) des Caritasverbandes Aschaffenburg hat ihre Büros und Sprechzimmer im Martinushaus. Aber das spielt in diesen Tagen und Wochen keine Rolle. „Alle PSB-Stellen der unterfränkischen Caritas sind für den Publikumsverkehr bis auf weiteres geschlossen“, teilt Bernhard Christof vom Diözesan-Caritasverband mit. Die Arbeit gehe aber per Telefon, Videochat und online weiter, so der Fachbereichsleiter Gefährdetenhilfe.

Wie die Arbeit unter den besonderen Bedingungen der Ausgangsbeschränkungen konkret aussieht, schildert Daniel Elsässer, Leiter der PSB Aschaffenburg im Telefoninterview. 
 

Sebastian Schoknecht: Herr Elsässer. Viele Dienste der Caritas verzichten zum Schutz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch, um das Corona-Virus nicht weiter zu verbreiten, auf den direkten Kontakt mit Klientinnen und Klienten. Wie geht Beratung auf Distanz?

Daniel Elsässer: Wir arbeiten als PSB-Team vom Büro oder von daheim aus und haben komplett auf die Beratung übers Telefon, über Videochat und online umgestellt. Zum Glück sind wir schon länger digital unterwegs, aber eine Umstellung bedeutet das schon für viele Kolleginnen und Kollegen und für die Betroffenen am anderen Ende der Leitung auch. Das Ideal der Beratung ist immer noch die unmittelbare Begegnung mit den Menschen, also von Angesicht zu Angesicht. Berater und Klient sitzen einander gegenüber und kommen ins Gespräch. Zu telefonieren oder sich über einen Videochat auszutauschen, das ist etwas anderes. Was vor Wochen noch eine Ergänzung war, ist nun der Regelfall, weil es anders nicht geht.

Schoknecht: Wo genau sehen Sie die Herausforderungen?

Elsässer: Je weniger Informationen Sie haben, desto mehr müssen Sie sich konzentrieren. Und das kostet viel Energie. Jeder kann das selbst ausprobieren in dieser Zeit: Eine Stunde mit einem Menschen am gemeinsamen Tisch oder auf dem Sofa zu sprechen, braucht viel weniger Konzentration als ein Videochat über Skype oder ein einstündiges Telefonat. Als Berater brauchen wir auch die nonverbalen Signale unseres Gegenübers, und die fallen am Telefon weg. Die Erfahrung zeigt: Nach fünf oder sechs Gesprächen, bei denen es ja in der Regel um ernsthafte Konflikte geht, ist die Power raus, selbst bei langjährigen Beraterinnen und Beratern.

Schoknecht: Um welche Problemlagen geht es in der PSB, und sind durch die Krise neue hinzugekommen?

Elsässer: Alles, was zur Sucht werden kann, ist bei uns Thema. Wir beraten Menschen, die von legalen und illegalen Drogen abhängig sind; wir beraten Menschen bei Glücksspielsucht, aber auch Frauen und Männer mit Depressionen, Ängsten und Suizidgedanken. Die Krise schafft neue Notlagen. Viele Probleme verstärken sich, wenn der Mensch durch Isolation auf sich zurückgeworfen wird. Wer schon Depressionen hatte, wird diese unter Umständen noch stärker spüren; wer immer mal wieder suizidale Gedanken hegte, läuft unter Umständen Gefahr, diese nun in die Wirklichkeit umzusetzen …

Schoknecht: Wie gehen Sie damit um?

Elsässer: Wir nehmen die Menschen erst einmal sehr ernst mit ihren Problemen und beschwichtigen nicht vorschnell. Dann geht es darum, Perspektiven zu eröffnen, so dass die Betroffenen aus ihrer inneren Isolation herauskommen können. Das ist ja nicht einfach, wenn sie niemanden besuchen sollen und die Selbsthilfegruppen keine Treffen mehr abhalten dürfen. Wir versuchen, gemeinsam mit dem Klienten zu schauen, warum das Leben weiterhin lohnen kann. Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen mehr Fälle aufschlagen werden, bei denen es um depressive Zustände oder gar suizidale Gedanken geht, denn für viele Menschen ist die Lage familiär und wirtschaftlich wirklich schwer. Wenn wir den begründeten Verdacht haben, jemand könnte sich etwas antun, informieren wir selbstverständlich die Polizei. Aber dafür braucht es viel Erfahrung. Wir müssen die Menschen schützen und wollen keinen blinden Alarm. Da geht es um Vertrauen und Verantwortung.

Schoknecht: Die Grenzen sind geschlossen. Die Ausgangsbeschränkungen werden überwacht. Wird damit das Thema „illegale Drogen“ uninteressant?

Elsässer: Leider nicht. Wir stellen fest, dass die Preise für illegale Drogen immer weiter steigen. Und wer sich das nicht mehr leisten kann, geht nicht in den Entzug, sondern schwenkt auf Ersatzdrogen um. Das ist dann meist Alkohol. Es ist zu befürchten, dass der Alkoholkonsum mit allen negativen Folgen gerade zunimmt.

Schoknecht: Seit einigen Jahren ist die Spielsucht ein großes Thema in der PSB. Nun haben die Spielhallen geschlossen, und die vielen Automaten in der Gastronomie sind auch nicht mehr zugänglich. Gibt es so etwas wie einen „kalten Entzug“ für Spielsüchtige?

Elsässer: Wer jetzt schon unter Spielsucht leidet, steigt nun um auf Online-Angebote. Die bewegen sich in einem gesetzlichen Graubereich, haben aber seit ein paar Wochen enormen Zulauf. Wir befürchten, dass Menschen mit bestimmten Dispositionen über die Online-Angebote in die Sucht einsteigen, weil die Langeweile zum Zocken verführen kann. Das wird uns nach der Krise vermutlich noch sehr beschäftigen. An dieser Stelle ist der Staat als Gesetzgeber gefragt, der aber gleichzeitig am Glücksspiel mitverdient.

Schoknecht: Mal ganz praktisch. Wie bahnen Sie eine Beratung über Videochat an?

Elsässer: Für die Videoberatung nutzen wir einen sicheren und datenschutzkonformen Dienst. Der Klient bekommt auf Anfrage eine E-Mail mit Uhrzeit und Link, über den er sich einwählen kann. Die meisten unserer Klienten nutzen den Dienst über eine App fürs Smartphone. Zum ausgemachten Zeitpunkt startet zuerst der Berater das Programm, dann steigt der Klient über den Link ein. Das funktioniert ganz gut.

Schoknecht: Wird die Krise zumindest an dieser Stelle auch zur Chance, das große Thema „Digitalisierung“ voranzubringen?

Elsässer: Wir brauchen die Begegnung von Mensch zu Mensch. Das spüren wir auch in unserem Team, das gerade auf Distanz gegangen ist. Kommunikation lässt sich digital nicht einfach ersetzen. Aber klar: Wir sind hier in einem Lernfeld unterwegs und werden mit Sicherheit einiges für die Zeit nach der Krise mitnehmen.

Schoknecht: Haben Sie zum Schluss noch einen Tipp für die Leserinnen und Leser, um gut durch die nächsten Tage und Wochen zu kommen?

Elsässer: Schauen Sie, was Ihnen emotional guttut, was Ihnen Stabilität verleiht. Eine gute Tagesstruktur ist hilfreich und Abwechslung. Und: Bevor jemandem die Decke auf den Kopf fällt oder sich destruktives Handeln anbahnt, sollte er eine Beratungsstelle anrufen. Wir und viele Kolleginnen und Kollegen in Unterfranken und darüber hinaus, sind ja weiterhin für die Menschen da.

Schoknecht: Vilen Dank, Herr Elsässer, für das spannende und informative Gespräch. Ihnen und dem Team in Aschaffenburg weiterhin alles Gute, und bleiben Sie gesund.

Elsässer: Danke.

Das Gespräch führte Sebastian Schoknecht, Leiter des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit im Caritasverband für die Diözese Würzburg.

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